Für Gasteig München GmbH:
Leider schwer – das Kultur-Rätsel

Rätsel für den Gasteig, die Heimat der weltberühmten Münchner Philkharmoniker, der Münchner Volkshochschule, der zentralen Stadtbibliothek und der Hochschule für Musik.

Herausforderung für den Rätselmacher:
Endlich wieder in Ruhe in der zentralen Stadtbibliothek stöbern. Den Proben der Philharmoniker lauschen. Darüber das Rätselschreiben nicht vergessen.

Herausforderung für Rätsellöser:
Das große Ganze und seine bedeutenden Teile erforschen. Sich am Ende gegen andere kluge Köpfe durchsetzen.

Spionage in der Bücherei, wache Augen und das Rattern im Kopf

Von Gasteig München am 3. Dezember 2013
Interview mit CUS, Rätselmacher des »GASTEIG CODE«

Gasteig Blog:
Gibt es eigentlich ein Rätsel, das Sie selbst gern lösen würden?

CUS:
Hach, es gibt natürlich schon berühmte ungelöste Rätsel, an denen sich große Geister versucht haben, aber ich werde sie bestimmt auch nicht knacken. Bekannt war zum Beispiel das Rätsel um die Skulptur vor dem Eingang der CIA. Es ist jetzt zum Teil gelöst. Der Künstler wollte die Kryptologen auf die Probe stellen und das ist ihm gut gelungen.

Gasteig Blog:
Freut es Sie, wenn niemand Ihre Rätsel lösen kann?

CUS:
Ein völlig ungelöstes Rätsel ist kein gutes Rätsel. Jeder kann ein unlösbares Rätsel machen, aber der Trick ist eigentlich, dass man auf die Lösung kommen kann. Im Idealfall kommt es zum Stirnklatsch-Effekt. Man denkt: »Ja genau, das hätte ich doch wissen müssen.«

Gasteig Blog:
Sie sind über eine Bekannte, eine Redakteurin der Süddeutschen Zeitung, zu ihrem Beruf gekommen und jetzt seit 23 Jahren Rätselmacher. Was fasziniert Sie daran?

CUS:
Ich gehe ja genau den umgekehrten Weg wie die Rätsler, ich gehe immer von der Lösung aus. Dann versuche ich, zur Lösung eine Frage zu finden. Wenn man schöne Fragen sucht, die man auf die Probe stellen kann, kann das genauso spannend sein wie das Lösen. Beim Suchen der Fragen kann ich natürlich in verschiedene Richtungen vorgehen, und das ist auch meine Herausforderung. Ich kann jede Frage beliebig leicht oder schwer machen, je nachdem wie viele Hinweise ich gebe. Da gehört Erfahrung dazu, sicher. Und es ist einfach Spaß an der Freude, wenn ich sehe, dass ich noch einen besonderen Dreh einbauen kann.

Gasteig Blog:
Da könnten Sie ja theoretisch ewig an einer Frage arbeiten. Wann ist eine Frage perfekt?

CUS:
Meistens ist die erste Version am besten. Das ist nicht immer so, aber oft wird’s nicht mehr besser, wenn man an den Fragen rumwurstelt.

Gasteig Blog:
Woran liegt das? Spielt Bauchgefühl eine Rolle?

CUS:
Absolut, das ist wie Bauchgefühl, wie bei Kindern. Als Erwachsener verlernt man das. Man denkt eher nach dem Prinzip »Ursache und Wirkung«, und es kann nur eins geben. Kinder denken dagegen in alle möglichen Richtungen, sie verfolgen nicht so sehr die Spur nach Schema F. Dieses Denken musste ich auch erst wieder lernen, und das hilft auch beim Rätseln. Manchmal liegt die Lösung ja ganz nah.

Gasteig Blog:
Ist das Rätselmachen für Sie wie eine Sucht, rattert es bei Ihnen 24 Stunden im Kopf?

CUS:
Das rattert immer durch. Wenn ich Zeitung lese oder auch unterwegs, wenn ich in der U-Bahn sitze und es unterhalten sich Leute über ein beliebiges Thema. Dann kommt auf einmal ein Wort, bei dem ich denke »schönes Wort, da lässt sich ein Wortspiel draus machen«. Oder es kommt ein Plakat vorbei oder was auch immer, da fällt mir auf »oh, da könnte ich was machen«. Andere Leute sehen das auch, aber ich sehe Dinge mit anderen Augen, taste meine Umwelt darauf ab und überlege, was ich damit machen könnte. Es ist für mich keine wirkliche Arbeit, sondern macht einfach Freude.

Gasteig Blog:
Sie sind geborener Münchner. Welche Erinnerungen verbinden Sie mit dem Gasteig?

CUS:
In den 80er und frühen 90er Jahren hat man sich oft in der Bücherei zum Rätseln getroffen. Damals war ich recht viel in der Bibliothek, es gab noch kein Internet oder es war zumindest nicht richtig verbreitet. Die Bibliothek war eigentlich die allgemeine Informationsbörse. Dort hat man beim Rätseln recherchiert und auch andere Leute getroffen. Und manchmal hab ich dort auch geschnüffelt, weil ich ja wissen wollte, wie weit die Leute mit den Rätseln sind. Heute kann man das in den Foren im Internet nachschauen, das ging damals nicht. Es war schön, das alles jetzt bei der Arbeit am »GASTEIG CODE« wieder genau anzuschauen.

Gasteig Blog:
Wie haben Sie die 18 Fragen für den »GASTEIG CODE« entworfen?

CUS:
Ich bin einfach mit offenen Augen durch den Gasteig gegangen. Ich sehe Dinge, die andere Leute sicher auch sehen, aber nicht genau hinschauen. Beim »GASTEIG CODE« sollten einfache und schwierige Fragen dabei sein, daher musste ich ein bisschen sortieren, was leichter und was schwerer ist. Da ist natürlich viel Erfahrung wichtig. Ich weiß, wie die Rätsler ticken, bei schwierigen Fragen kommt’s zum Beispiel darauf an, dass man sie gerade noch lösen kann.

Gasteig Blog:
Wie ticken sie denn, die Rätsler?

CUS:
Man muss keinen Studienplatz haben, sage ich mal. Man muss wach sein, durchhalten und nicht gleich aufgeben. So würde ich es selbst sicher machen, zu schnell aufgeben, ich habe nämlich gar keine Geduld.

Gasteig Blog:
Sie selbst rätseln gar nicht?

CUS:
Nein, nein, in der Zeit könnte ich ja schon wieder neue Rätsel machen.

Gasteig Blog:
Haben Sie einen Tipp für alle, die den »GASTEIG CODE« knacken wollen?

CUS:
Ja. Manches ist erstaunlich einfach zu lösen, auch wenn es erst schwierig ausschaut. Man muss wirklich mit wachen Augen durch’s Haus gehen. Manchmal gibt es irgendwo Tipps zu den Fragen, mal Andeutungen, und manchmal sind es kleine Wortspielchen. Manchmal ist es auch die Grafik, die Hinweise gibt.

Gasteig Blog:
Werden Sie sich unter die Rätsler im Gasteig mischen?

CUS:
Ja. Ich werde mich einfach so drunter mischen, werde mich aber natürlich nicht beteiligen, das wäre ja ein Nachteil für Andere. Aber ich will schon sehen, wie die Leute mit dem Heft durch den Gasteig laufen. Ich will sehen, was passiert, wenn die Leute im Gasteig rätseln. Das sehen dann sicher auch andere und machen selbst mit, das hat so einen gewissen Schneeballeffekt.

Gasteig Blog:
Zum Schluss erlauben Sie mir noch eine persönliche Frage: Haben sie ein Lieblingsessen?

CUS:
Das ist ja … (lacht), das hat man mit zehn Jahren gehabt. Jetzt gibt’s zu viele Dinge, die mir in zu vielen Momenten zu gut schmecken, als dass ich das sagen könnte.

Gasteig Blog:
Nehmen wir mal an, Sie haben ein schwieriges Rätsel gemacht, das gelöst wird. Sie fühlen sich gut, was essen Sie dann?

CUS:
(Überlegt) Das kann ich jetzt gar nicht sagen. Hm, ich würde vielleicht zum Kühlschrank schleichen und mir ein Brot mit Käse nehmen.

Die ersten Rätselfüchse

Lösen bis zum 7.1.2014!
Quelle: SZ-Magazin
Launch des »GASTEIG CODE«