Ich bringe Menschen zum Denken

Es hat mir schon immer Spaß gemacht, eingefahrene Denkbahnen freizupusten. Zuerst natürlich meine eigenen. Dann auch die von anderen. Dass man dabei das Denken ganz anders und oft ganz neu lernen muss, das gefällt nicht jedem. Aber vielen. Allen, die bereit sind, das Abenteuer im Kopf zu wagen.

Ich war Student, als ich mit meinem Freund Peter jedes Jahr eine Gaudirallye organisierte – eine Art Schnitzeljagd über Stock und Stein, pro Team ein Auto. Bis zu 70 Teams jagten wir einen ganzen Tag lang durch Bauerndörfer, über Misthaufen, unter Kirchenaltäre, zu verwunschenen Inseln. Dabei galt es unterwegs auch schon vertrackte Denkaufgaben zu lösen. Schließlich hieß unsere Rallye „Die rauchenden Köpfe“.

Als schließlich das SZ-Magazin einen Autor für seine Rätsel suchte – und so jemand steht nicht in den Gelben Seiten – da erinnerte sich eine Redakteurin, die bei der Gaudirallye mitgefahren war.

So begann es. Und dabei blieb es. Und bis heute werde ich manchmal gefragt, warum ich denn nichts Gescheites mache.

Ganz sicher bin ich nicht der Typ verschrobener Professor, den viele vor Augen haben. Auch habe ich keine sadistische Ader, die mir manche leidgeprüften Rätsler unterstellen. Ich finde: Jeder nimmt freiwillig und auf eigene Gefahr an den Rätseln der härteren Sorte teil. Ich zwinge niemanden. Ja, ich rate Unentschlossenen eher von der Teilnahme ab, denn einmal von der Obsession Rätsel erfasst, lässt sie dich nicht mehr los. Du glaubst es nicht? Dann versuch es. Ich habe gewarnt.

Wann ist ein Rätsel gut? Wenn es mir Spaß macht. Und natürlich den Lösern. Woher weiß ich, ob es den Lösern gefällt? Dann, wenn die naturgemäß härtesten Kritiker, nämlich diejenigen, die die Lösung nicht herausgefunden haben, mir androhen: „Beim nächsten Mal, da kriegen wir dich, da knacken wir auch die härteste Nuss!“ So soll es sein. Und so ist es.